"Werft nicht mit Sand"

“Spielt woanders, hier bekommt man den ganzen Sand ab“, sagte ich aus meiner Chill-Position heraus zu den Zwillingen neben mir: Aperol-Liege mit Aperol in der Hand und aperolfarbenem Sonnenuntergang im Blick, jedenfalls solange kein Sand in die Augen kommt.

„Wir sind an Strand!“, bellte verteidigend der Vater der Zwillinge, deutlich weniger gechillt und ohne Aperol. Was so viel heißen soll wie: Das ist schon ok, sie sind ja noch klein.

Weiß ich, dass wir am Strand sind, dachte ich. Entspann doch mal, dachte ich noch. Trotzdem kann man mal was sagen, dachte ich auch.

Letzteres dachte ich öfter. Übersetzt heißt dieser Gedanke: DU könntest mal was sagen, so als Vater und so. Scheint, als sei ihm die Zeit für schimpfen und ermahnen zu kostbar. Also übernehme ich die Rolle des 'Bad Cop' und mache öfter mal Ansagen: Esst bitte Obst, nehmt die Finger aus dem Essen, Schluss mit wildem toben, der Küchenstuhl ist kein Spielzeug, zieht nicht an den Vorhängen, werft um Himmels Willen nicht mit Sand.


Die Frage wird in Fachliteratur, Frauenzeitungen, Erziehungsratgebern und Patchwork-Comunitys seit Jahren hinlänglich rauf und runter diskutiert: Was darf man in der Rolle des Stiefelternteils sagen und wieviel? Welche Rechte, welche Pflichten trägt man in der Rolle und wovon hängt das ab? Und: welche Vorteile hat man eigentlich als Stiefelternteil im alltäglichen Miteinander? Schreibt mir eure Meinung!

Ich freue mich darauf.

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