Ruhe bitte!

Es lärmt. Selbst wenn es ruhig ist Zuhause, lärmt es in meinem Kopf.

Es war schon lange nicht mehr ruhig Zuhause.

Aus dem Arbeitszimmer dringen Dauertelefonate des systemrelevanten Redakteurs, aus dem Jugendzimmer schrillt das Dauerkichern des sozialkontaktepflegenden Szenario-B-Teenagers und aus meinem Laptop krächzen Dauerechogeräusche von Zoomanfängern. Zwischendrin klingelt der Postmann zweimal und dann kommt noch Bofrost.


Am Abend dann Dauerdiskussionen mit dem Teenager um die Ausweitung der Bettgehzeiten, Dauererklärungen, dass Homeschooling auch Schule sei.

An den Patchworkfamilienwochenenden toben die Zwillinge bei Dauerregen daueraufgedreht durch die Wohnung – wo auch sonst - Schwimmbad, Zoo, Museum, Freizeitpark: alles dauerdicht!

Gespräche mit Freunden um immer gleiche Corona-Dauerthemen. Dauersehnsucht nach echten Menschen. Und jeden Mittag zwingt der ernüchternde Alltag mich in der rush hour meines Lebens die Vereinbarungsfrage zu stellen.

Innendrin lärmt es auch hin und wieder: Sorgen, Sehnsüchte, Stornierungen und Stagnation. Puh! Ich brauche Luft.


Meine Freundin spendiert Luft. Sie hat eine Wohnung auf einer Insel. Sie sieht meine Not, weil es bei ihr selber auch lärmt. Sie ist nur etwas besser im Aushalten. Dennoch, wir nehmen uns ein bisschen Abstand. Raus aus dem Familiencoronahomeirgendwastrott!


Der Wind umarmt mein lärmendes Gehirn und fegt es ordentlich durch.

Die Nordseewellen spülen all die jämmerlichen Gefühle der vergangenen Monate mit sich fort. Die Sonne küsst mich zart auf die Wange und streichelt meine von dem ganzen Onlinegedöns müde gewordenen Augen.


Meine Freundin und ich spazieren im Sand und der Weg hat nur ein Ziel: in Bewegung bleiben. Wir schauen nach vorne und sagen schöne Dinge wie: „Mein zweiter Impftermin ist im Juni.“ Wir schauen zurück und geben zu: Eigentlich geht es uns doch auch gut: Große Wohnung, ausreichend Bionahrung, immer noch Energie im Tank.

Wir setzen uns mit dem Rücken an eine Bude in den Dünen und sinnieren, getragen vom Bretterverschlag der Außenterrasse, unseren Status quo: Das Leben ist gerade ein TROTZDEM. Aber alles im grünen Bereich. Der Satz schmeichelt sich ins Ohr: Alles im grünen Bereich. Puh! Wir genießen es, einfach mal nichts müssen zu müssen, nichts sollen zu wollen und zeigen sogar dem verlogenen Frühling die kalte Schulter.

Wir beginnen langsam, eine freundliche Atmosphäre auszuatmen. Das Herz aufzureißen, damit die Sonne wieder rein kann.

Wir lachen und unser Lachen kracht mitten in die Mauer aus Regeln und Verordnungen, die von Angela Merkel mit dem von mir lieb gewonnenen Understatement nach Dürremonaten nun gerade lockert. Wir genießen das erste Mal Außengastronomie und stellen die Wirklichkeit wieder her.

Zuhause werden sie später sagen: Die Seeluft tat den Frauen gut. Puh!


Patchwork-Psychologie

Ausgepowert? Doppelbelastet? Sorgenvoll? Zeit für #timeout.

Ich unterstütze Sie in meinen Coachings dabei, ihre individuellen Ressourcen zu stärken und so Selbstfürsorge und Widerstandsfähigkeit zu verbessern. Ziel ist es, gelassener mit Stress umzugehen, indem die individuellen Stressoren evaluiert und die persönliche #stresskompetenz verbessert wird. Für mehr Lebensqualität.

Interesse an einem #einzelcoaching oder #familiencoaching? Sprechen Sie mich an. info@elawindels.de

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