Alle 14 Tage ...

Hoch die Hände, Wochenende.

In den vergangenen Monaten haben sich viele Tage ein bisschen wie Wochenende angefühlt, allein schon, weil die langen Lockdown-Tage weniger Struktur hatten als „normalerweise.“ Die Winterferien hatte ich in diesem Ausnahmejahr tatsächlich komplett vergessen, wahrscheinlich weil die Aufregung der Zeugnisausgabe gänzlich fehlte! Und auch die Coloration des Himmels unterschied sich von Januar bis Mai nur in Nuancen.

Einzig und allein unsere zweiwöchigen Patchwork-Familienwochenenden stachen aus dem Einheitsbrei heraus. Sie waren und sind was Besonderes, denn dann ist - neben grau in grau tagein tagaus, neben Arbeit, Alltagserledigungen und Autonomiebestreben jedes einzelnen von uns, neben kinderfreien Wochenenden, an denen wir den Luxus von „Paarzeit“ genießen - zuhause High Live angesagt.

Dann holen wir die Kinder-Spiele aus der Kiste, packen die guten Malstifte aus, reihen die Kuscheltiere ordentlich auf und haben Schokolade im Haus. Wir räumen den Wäscheständer weg, erledigen einen Großeinkauf, der sich gewaschen hat und planen Ausflüge und Rituale.

Es klingt mehr Musik als sonst durchs Haus, die Mäuse genießen Action, ich koche gefühlt den ganzen Tag (was objektiv nicht stimmen kann, siehe Folgesatz) und wir sind viel unterwegs, denn Rudi plant die besten Erlebnisse. Das ist es, was wir wollen: Gemeinsam schöne Dinge erleben, Dinge, von denen wir uns noch lange erzählen können. Unaufgeregt, nicht übereifrig, schon auch wohl dosiert, aber eben auch wohl überlegt und ganz bewusst. Schließlich sind die Kinderwochenenden kostbar, weil sie in Patchworkfamilien oft keine Selbstverständlichkeit sind. Sie sind knapp und damit kostbar. Alle 14 Tage halt ...



Patchwork Psychologie

Nach der Trennung kann das Umgangsrecht verschiedene Modelle annehmen. Immer mehr getrennt lebende Eltern entscheiden sich für das Nestmodell, bei dem nicht die Kinder, sondern die Eltern regelmäßig die Wohnung wechseln. Im Wechselmodell betreuen die getrennt lebenden Eltern das gemeinsame Kind zu annähernd gleichen Teilen - eine Woche Mama, eine Woche Papa. Wenn Kinder hauptsächlich bei einem Elternteil leben und das andere Elternteil begrenzte Umgangszeiten (typischerweise alle 14 Tage am Wochenende) hat, so nennt man dies Residenzmodell. Was für das Wohl des Kindes und das gesamte Familiensystem das Beste ist, kommt auf die Umstände an. Aber ganz gleich welche Form des Umgangs gelebt wird, wichtig ist, dass die Elternteile von Beginn an jede Form von Funktionalisierung und Manipulation des Trennungskindes unterlassen, um Loyalitätskonflikte zu vermeiden.



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